Aktuell
25 Jahre Einsatz für die Dorfgemeinschaft in Haselünne-Lohe Von Martin Reinholz Alte Schule, Wagenremise und Schafstall - der Erhalt dieser historischen Bauten hat die Mitglieder des Heimatvereins Haselünne-Lohe über 25 Jahre zusammengeschweißt und gleichzeitig das Dorfleben geprägt. Gemeinsam mit Vereinsmitgliedern, Vertretern aus Politik und Kirche, befreundeten Vereinen und Vertretern der Heimatverbände hat der Verein für Heimat- und Brauchtumspflege Lohe seinen 25. Gründungstag gefeiert. Vereinsvorsitzender Laurenz Wester blickte in einer Feierstunde im Jugendheim Schleper auf die Vereinsgeschichte zurück. Ferner wurde das Erinnerungsbuch des Vereins über den Dorfschullehrer und Schriftsteller Johannes Domine vorgestellt. Wester verglich den Loher Heimatverein mit einem Strauß Blumen, bestehend aus drei Rosen. Die erste Rose sei das alte Schulgebäude – das Zentrum des Ortes Lohe und des Vereins. Die zweite Rose sei die im Jahr 2002 fertiggestellte Wagenremise. „Das erste eigene Gebäude des Vereins“, fügte der Vorsitzende sichtlich stolz hinzu. Die dritte Rose des „Straußes Heimatverein“ sei schließlich der ein Jahr später restaurierte Schafstall auf dem Gelände an der alten Loher Schule. Im Zuge der Gebietsreform 1974 wurde an der Loher Schule der Unterricht eingestellt und das alte Gebäude an die Familie Mödden veräußert, da das Schulgrundstück schon immer zum überwiegenden Teil im Besitz der Loher Familie war, berichtete Wester. Die Stadt Haselünne mietet schließlich das Gebäude wieder an, um es der Loher Bevölkerung für Gruppenversammlungen und Vereinstätigkeiten zur Verfügung zu stellen. Sanierung der alten Schule Trotz erheblicher Investitionen der Stadt und „umfangreicher Eigenleistungen“ der Loher Bürger in das alte Schulgebäude reichte der Aufwand für eine umfangreiche Sanierung nicht aus, beschrieb Wester die damalige Situation. Hinzu kam, dass in Lohe eine alte Schulchronik auftauchte. Schließlich entschlossen sich 15 Loher Bürger im Juli 1994 zur Gründung eines Heimatvereins mit dem Ziel, die Schulchronik zu veröffentlichen und die Sanierung der alten Schule weiter voranzutreiben. Aus dem Gründungsprotokoll zitierte Wester die Namen der Gründungsmitglieder: Andreas und Josef Osterhues, Hubert Kuhl, Ludger Lübbering, Norbert Landwehr, Hermann Töben, Walter Teuber, Bernhard Temmen, Franz Dübbelde, Hermann Witschen, Friedrich Helbeck, Hermann Schulte, Clemens Mödden, Josef und Paul Schütte sowie Benno Hesemann als damaliger Ortsvorsteher. Nach der Veröffentlichung der Schulchronik 1995 wurden die Planungen für eine umfassende Sanierung der alten Schule „in Angriff genommen“, beschrieb Wester. Nach Einwerben von Fördergeldern wurde das Projekt erfolgreich umgesetzt und die 1856 erbaute Schule vollständig mitsamt den alten Rundbogenfenstern saniert. 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden Schon 1999 folgte der Beschluss des Vereins, die alte von der Familie Schulte kostenlos zur Verfügung gestellte Wagenremise auf dem Loher Schulhof wiederaufzubauen. Unter der Leitung der Vereinsmitglieder Herbert Schulte und Josef Struckmann und mithilfe zahlreicher Loher Bürger und Vereinsmitglieder wurde der Aufbau angegangen. „1000 Arbeitsstunden wurden dabei an ehrenamtlicher Arbeit aufgebracht“, erläuterte Wester. Schließlich erwarb die Stadt Haselünne den an dem Schulhof angrenzenden alten Schafstall mit Grundstück. Dieser wurde umfangreich saniert und der gesamte Schulhof mit neuer Pflasterung, Parkplätzen und einem Drehbrunnen gestaltet sowie mit einer Hainbuchenhecke eingerahmt. Neben öffentlichen Fördergeldern investierten Ehrenamtliche auch hier etwa 450 Arbeitsstunden. Wester sagte: „Man kann nur immer wieder sagen: Hut ab und Dankeschön an unsere Loher und Loherfelder Bürger für diese großartige Unterstützung und Hilfsbereitschaft.“ Im Schafstall werden alljährlich Weihnachtsbäume geschmückt und aufgestellt. Ferner fanden dort Krippenausstellungen, Kunstausstellungen und Handarbeitsausstellungen statt. Außerdem gab es auf dem Schulhof einen Kürbismarkt. Zum Jubiläum fand ein Herbstmarkt statt. Ehrung der Gründungsmitglieder Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Alfred Dübbelde überreichte Wester allen Vereinsmitgliedern, die dem Verein seit der Gründung angehören, Urkunden und einen Vereinssticker. Sie gratulierten Ludger und Marianne Lübbering, Norbert und Hildegard Landwehr, Franz Dübbelde, Hermann Töben, Walter Teuber, Josef und Paul Schütte, Karsten Ewert, Rudolf Kemper und Helmut Schulte. Alfred Dübbelde (l.) dankt Laurenz Wester für seinen Einsatz für den Heimatverein Lohe. Alfred Dübbelde würdigte besonders das Engagement des Vorsitzenden Laurenz Wester, der auch seit 25 Jahren dem Verein angehört. Besonders dankte Dübbelde der Ehefrau Westers, Marianne, die ihrem Mann immer den Rücken für die Arbeit für den Heimatverein „freihalte“. Haselünnes Bürgermeister Werner Schräer bezeichnete den Loher Heimatverein als einen „verlässlichen Verein“ in der Ortschaft Lohe. Gerade in kleineren Dorfgemeinschaften wie in Lohe komme den Vereinen eine besondere Bedeutung zu. Ein Heimatverein wie der in Lohe, mache das Leben in einer Ortschaft gerade lebenswert, unterstrich Schräer mit einem Dank an alle Verantwortlichen im Vorstand. Der Heimatverein bilde die Grundlage für eine lebendige Dorfgemeinschaft.
© Verein für Heimat- und Brauchtumspflege Lohe e.V.
Foto: Martin Reinholz
Foto: Martin Reinholz
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